Mein Job als Unternehmensberaterin

Yasmin Reichwald ist Unternehmensberaterin – sie berät also Unternehmen zu hochkomplexen Themen und Fragestellungen in den verschiedensten Bereichen. Ein anspruchsvoller Beruf mit vielen Facetten. Doch was bedeutet es nun genau, Unternehmensberater zu sein? Welche Möglichkeiten hat man, wenn man Unternehmensberater werden möchte, und welche Eigenschaften sollte man mitbringen? Wir wollten es genauer wissen und haben Yasmin zu ihrem Job bei KPMG und ihrem bisherigen Werdegang befragt.

Abwechslung ist Alltag

Unternehmensberater werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Je nach Spezialisierung, je nach Mandant und Projekt variieren dabei die konkreten To-dos. Doch gerade das ist es, was ich an meinem Job so spannend finde. Du stehst morgens auf und weißt nie genau, was Dich im Laufe des Tages erwarten wird. Aktuell betreue ich ein Unternehmen bei einem Börsengang – ein großes Projekt, bei dem ich gemeinsam mit über 20 KPMG-Kolleginnen und -Kollegen im Einsatz bin. Dabei hat mein Team die Aufgabe, ein internes Kontrollsystem global auszurollen. Seit dem letzten Jahr bereise ich dafür die unterschiedlichen Standorte des Unternehmens. So führte mich mein Projekt bereits nach Frankreich und Spanien, aber auch in die USA, nach Kanada und Brasilien. Der nächste Halt ist Singapur. Wer Unternehmensberater werden möchte, sollte also kein Problem damit haben, aus dem Koffer zu leben. Für mich ist das ständige Unterwegssein zum einen fordernd, vor allem aber ist es bereichernd. Denn so habe ich die Möglichkeit, immer wieder neue Menschen und auch exotische Länder kennenzulernen. Gleichzeitig erhalte ich Einblicke in die unterschiedlichsten Bereiche eines Unternehmens. Für mich gibt es kaum einen anderen Job, der so viele spannende Möglichkeiten im Berufsalltag bereithält.

Mein Weg in die Unternehmensberatung

Dass ich später einmal Unternehmensberaterin werden würde, konnte ich als Schülerin natürlich noch nicht ahnen. Allerdings wusste ich sehr früh, dass ich eine Karriere in der Wirtschaft anstreben möchte. Bereits in der 10. Klasse entschied ich mich deshalb, ein Wirtschaftsgymnasium zu besuchen. Parallel ging ich jeden Samstag auf die Junior Management School – eine private Bildungsinitiative, bei der ich mein Wissen im Bereich Soft Skills oder auch im Projektmanagement zusätzlich vertiefen konnte. Nach dem Abitur begann ich ein Bachelor-Studium an der Cologne Business School mit dem Schwerpunkt Management Consulting. Während dieser Zeit sammelte ich nebenbei auch schon erste Praxiserfahrungen im Bereich der Kundenberatung. Mit dem Bachelor in der Tasche wagte ich dann sozusagen den Sprung ins kalte Wasser, indem ich 2011 bei KPMG im Bereich IT Consulting einstieg. Wer Unternehmensberater werden möchte, dem stehen grundsätzlich viele Türen offen. Der klassische Weg führt meist über ein Studium im Bereich BWL, VWL, (Wirtschafts-)Ingenieurwesen oder (Wirtschafts-)Informatik. Darüber hinaus gibt es nach dem Berufseinstieg verschiedenste Möglichkeiten, sich weiter zu spezialisieren.

Viele Möglichkeiten für Quereinsteiger

Unternehmensberater werden insbesondere auch anhand ihrer Berufserfahrung gemessen. Und diese müssen sie nicht zwangsläufig bei einem Wirtschaftsprüfer oder einer reinen Unternehmensberatung erworben haben. Auch Mediziner, Physiker oder Mathematiker sind bei KPMG herzlich willkommen – so wie Quereinsteiger aus anderen projektrelevanten Berufsfeldern. Denn ihr Fachwissen ist bei vielen Projekten besonders wertvoll. Ein betriebswirtschaftlicher Bezug sollte aber dennoch gegeben sein. Hier lohnt es sich, früh anzufangen und Erfahrungen zu sammeln, beispielsweise in Form von Praktika oder einer Werkstudententätigkeit während des Studiums.

Weiterbildung bei KPMG

Zwei Jahre nach meinem Berufseinstieg bot mir KPMG aufgrund meiner Leistungen ein Masterstudium an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht an – eine der angesehenen privaten Universitäten Deutschlands. Damals gehörte ich noch zu einer der ersten Kolleginnen und Kollegen in meinem Bereich, die mit diesem anspruchsvollen Master von KPMG gefördert wurden. Doch seitdem gibt es jedes Jahr eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, denen das Studium an der EBS ermöglicht wird. In diesem Zuge durfte ich auch ein Auslandssemester in Sydney verbringen. Meine Masterarbeit schrieb ich schließlich über drei Monate in Bangalore, Indien, wo ich unter anderem KPMG-Kollegen vor Ort für meine Master-Thesis interviewen durfte. Eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, für die ich KPMG sehr dankbar bin. Darüber hinaus werden Unternehmensberatern bei KPMG aber auch noch andere Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. So werden beispielsweise Examen gefördert, es gibt spezielle Zertifizierungen, aber auch Schulungen in Sachen Soft Skills oder eine Vielzahl von fachlichen Kursen – je nachdem in welchem Bereich man Unternehmensberater werden möchte und was zum persönlichen Lebenslauf am besten passt.

Unternehmens- oder Transaktionsberater?

In Gesprächen mit Studenten werde ich manchmal gefragt, was der Unterschied zwischen Transaktionsberatern im Bereich Deal Advisory und Unternehmensberatern im Bereich Consulting bei KPMG ist. Ein Transaktionsberater ist ein Unternehmensberater, der auf Käufe und Verkäufe von Firmen spezialisiert ist. Häufig ist die Tätigkeit des Transaktionsberaters stärker gutachterlich, beispielsweise wenn Due Diligences durchgeführt oder Unternehmen bewertet werden. Klassische Consultants arbeiten tendenziell stärker beim und mit dem Mandanten an Prozessen und Strukturen vor Ort. Die Projekte laufen länger als in den oft eng getakteten Deals. Die Projektsprache mit den Kunden ist – bei der Arbeit in Deutschland – überwiegend Deutsch, während Due Diligences und Bewertungen oft für internationale Investoren und damit auf Englisch erstellt werden.

Das Umfeld macht’s

In meinem Team bei KPMG sind viele jung oder jung geblieben, was für ein sehr dynamisches und weltoffenes Klima sorgt. Klar: Wer Unternehmensberater werden möchte, der sollte sich darauf einstellen, dass der Job fordernd ist. Aber insbesondere deshalb sind die Menschen in meinem Team allesamt motiviert, kompetent und zielstrebig. Neben den vielen Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, von denen ich ja auch bereits profitieren durfte, schätze ich aber vor allem das internationale Netzwerk. Es ist einfach schön, überall jemanden zu kennen, der die gleichen internationalen Unternehmenswerte von KPMG lebt – was mir auch bei meiner Masterarbeit sehr zugute gekommen ist. Ich selbst habe noch Kontakt mit vielen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die heute nicht mehr für KPMG arbeiten. Genau das zeigt mir immer wieder, wie sehr man sich hier im Team wertschätzen lernt – und dass uns die tolle Zeit bei KPMG auch über den Job hinaus verbindet. Ich fühle mich in jedem Fall wohl hier und kann nur allen zusprechen, die bei KPMG Unternehmensberater werden wollen.

Wenn man Unternehmensberater werden möchte oder auch wenn man bereits Consultant ist, sollte man nie vergessen, seinen Weg selbst in die Hand zu nehmen und seine Ziele stets im Blick zu behalten.

Yasmin Reichwald

Nach oben

Wir haben Deine Neugier für den Bereich Consulting geweckt?

Alle Informationen rund um den Einstieg findest Du auf unserer Karriereseite.