Oliver Geier

Jetzt reinhören.

 „Laut und agressiv muss es sein.“

Wir dachten anfangs, der Lebenslauf von Oliver Geier sei typisch für einen Manager bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: BWL-Studium, Praktika in Banken, Spezialisierung auf Controlling, Statistik und Steuern. Nach den ersten Berufsjahren bei KPMG legte Oliver erfolgreich die Examen zum Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ab und ist heute – nach Einsatz in der zentralen Grundsatzabteilung bei KPMG in Berlin und Auslandseinsatz in London – Manager im Prüfungsbereich am Standort Düsseldorf. Er ist verheiratet und zweifacher Papa. Alles scheint vernünftig und unaufgeregt.

Doch der Blick in seine heimische Garage verrät eine andere Seite des KPMG-Managers: Ein Schlagzeug wartet dort auf seinen nächsten Einsatz. Eine zusätzliche musikalische Begabung? Ja. Jedoch geht es Oliver nicht um harmonische Klänge. Nicht um Pop, Rock oder Jazz. Hart, aggressiv und richtig laut muss es sein – oder wie er sagt: „Das Schlagzeug ist für mich fast schon Sport.“ Seit seinem 13. Lebensjahr steht er auf Heavy Metal. Mit Schulfreunden gründete er eine Trash Metal Band und nahm jahrelang Schlagzeugunterricht. Während der Studienzeit gab es sogar mehrere Auftritte. Seit nun mittlerweile 15 Jahren leben die Freunde gemeinsam in angemieteten Proberäumen ihren Musikgeschmack aus. Mal änderte sich die Bandkonstellation, mal wurden wegen Auslandseinsätzen oder Familiengründung die regelmäßigen Proben auf Eis gelegt. „Jeder geht jetzt seinen eigenen Weg, hat seinen Beruf und seine Familie, aber die Musik führt uns immer wieder zusammen.“

Für andere kaum vorstellbar, erklärt Oliver, wie sehr ihn die Lautstärke und Aggressivität von Heavy Metal entspanne. Warum er sich damals für das Schlagzeug als Instrument entschieden hat? „Es war rein intuitiv, doch es fasziniert mich bis heute. Es macht mir auch nach so vielen Jahren noch Spaß, dazuzulernen und mich zu verbessern. Außerdem bin ich als Schlagzeuger derjenige, der den Takt und den Rhythmus vorgibt. Verspiele ich mich, verspielen sich alle.“ Ein Gefühl für die anderen Bandmitglieder ist dabei entscheidend.

Man müsse sich einfach einspielen, und das sei im Job ja nicht anders, findet Oliver. Sich aufeinander einstimmen, die Stärken der anderen kennen und einbeziehen. Doch das gelinge ihm bei KPMG ziemlich gut: „Trotz der ja eher sachlichen Themen bilden die Menschen bei KPMG insgesamt eine sehr dynamische, junge Truppe aus intelligenten und interessanten Persönlichkeiten. Man hat oft einen ähnlichen Background oder auch gemeinsame Ziele. Man findet daher schnell eine gemeinsame Wellenlänge.“

Ansonsten habe seine Leidenschaft Heavy Metal rein gar nichts mit seinem Arbeitsalltag in der Wirtschaftsprüfung gemeinsam. „Ich lebe nicht nur für den Job. Ich brauche einfach immer etwas für mich persönlich, bei dem ich mich ausleben – und vor allem auch körperlich richtig auspowern kann. Auch zum Ausgleich.“ Solange das Schlagzeug in der Garage auf den nächsten Einsatz wartet, geht Oliver anderen Projekten nach. So trägt er seit intensiver Vorbereitung im letzten Sommer den Schwarzen Gürtel in der Kampfkunst Jiu Jitsu. Außerdem dreht er gern sportliche Laufrunden – natürlich mit Heavy-Metal-Musik auf den Ohren.

Oliver rät jungen Bewerbern, sich von dem vorherrschenden Prüferklischee nicht abschrecken zu lassen: „Hinter den Anzügen stecken eben nicht nur Langweiler, die Häkchen hinter Zahlen setzen. Jeder hat neben seinem Job noch ein Privatleben, teilweise mit außergewöhnlichen Hobbys und Talenten. Es lohnt sich total, einmal hinter die konservative Fassade zu schauen.“

Ihr habt Lust auf eine kleine Kostprobe von Olivers Schlagzeug und seiner Band DOKMAtic bekommen? Dann spielt jetzt den Song N.E.S. mit einem Klick im Header dieses Artikels ab.