Unternehmerische Initiative zeigen, kreatives Zusammenarbeiten im Team zur Entwicklung neuer Projekte, innovative Ideen transformieren – ein Spirit, der für den Erfolgsfaktor aller Start-ups steht. Aber auch große, etablierte Unternehmen fördern diesen Intrapreneurship-Spirit bewusst: Hier findet nicht nur kreatives Teamwork statt, sondern eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit, die unterschiedliche Perspektiven und Expertise der verschiedenen Geschäftsbereiche vereint. Was am Ende dabei entsteht, ist nicht nur eine Idee, ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Dienstleistung, sondern die Entwicklung neuer Solutions für Mandanten. Um dies erreichen zu können, legen wir gerade auf die Individualität unserer Kolleginnen und Kollegen bei KPMG besonders großen Wert – denn genau diese Persönlichkeiten sind der Schlüssel zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung von Innovationen und schließlich auch zum Erfolg des Unternehmens.

Lieber Herr Mohr, ein Entrepreneur lässt sich im klassischen Sinne als Gründer und Inhaber eines Unternehmens übersetzen. Aber was genau ist nun ein Intrapreneur?

Ganz genau, ein Entrepreneur ist ein klassischer Unternehmer; er hat sich dazu entschlossen, hohes Risiko und Eigenverantwortung zu tragen, und ein eigenes Unternehmen gegründet. Gerade junge Menschen wollen heute Teil von etwas sein, ihre eigenen Ideen in das Unternehmen einbringen und aktiv an Innovationen mitwirken. Und genau dieses Mindset beschreibt einen Intrapreneur: den Intracorporate Entrepreneur, ein unternehmensinternes Gegenstück zum Entrepreneur – sprich: ein Mitarbeiter im Unternehmen, der im Rahmen seines täglichen Handelns so agiert, als wäre er selbst Unternehmer. Dies bedeutet, eigenständig Verantwortung zu übernehmen, vernetzt zu denken und sein Handeln auf einen nachhaltigen Unternehmenserfolg auszurichten. Um diesen Spirit leben zu können, muss der Mitarbeiter natürlich auch den möglichen Freiraum und die entsprechenden Tools zur Verfügung haben.

Wie sieht denn das Mindset eines modernen Intrapreneurs genau aus? Was muss er fachlich mitbringen, was an Soft Skills?

Grundsätzlich kann jeder Intrapreneur sein oder dazu befähigt werden – manchmal wird dieser besondere Spirit auch erst im Laufe der Karriere geweckt. Genau das ist ja auch die Kunst für Großunternehmen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, den Intrapreneur in sich zu wecken und diesen dann auch zu fördern, indem Tools angeboten werden wie zum Beispiel die Zeit für eigene Innovationen. Aber ein sogenanntes T-förmiges Skillset ist auf jeden Fall eine gute Grundlage. Dem Stamm des „T“ entsprechen dabei fundierte Kenntnisse im eigenen Fachbereich. Und das Dach des „T“ zeichnet die Fähigkeit aus, über Bereichsgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten und externes Wissen und Ressourcen erfolgreich im eigenen Bereich anwenden zu können.

Warum sind Intrapreneure in der heutigen Arbeitswelt für Unternehmen wie KPMG wichtig – auch mit Blick auf die verschiedenen Generationen X, Y und Z?

Wer als Intrapreneur unternehmerisch handelt, versucht auch unterschiedliche Interessensgruppen und Charaktere zusammenzubringen. Wirklich nachhaltig ist unternehmerischer Erfolg eben erst dann, wenn es gelingt, verschiedene Perspektiven und Werte zu integrieren. Und das gilt auch mit Blick auf die verschiedenen Generationen X, Y und Z, denn jede einzelne „Generation“, wenn man so will, ist ein Pool aus verschiedenen Persönlichkeiten, die zwar in vielerlei Hinsicht nach denselben Grundsätzen handeln und dieselben Interessen vertreten, aber trotzdem alle individuell besondere Fähigkeiten und Ideen mitbringen. Wenn dann diese Pools zusammengeführt werden, kann dementsprechend auch etwas Großes entstehen. All dies ist ein ständiger Lernprozess auch für KPMG, an dem wir täglich arbeiten.

Was können Studenten bereits während ihres Studiums tun, um sich der Thematik Intrapreneurship zu nähern?

Studenten sollten wirklich jede Möglichkeit nutzen, unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln, ihr Lernen zu fördern, sich auf Fremdes einzulassen und damit ihren Horizont stets zu erweitern, sei es durch Aktivitäten im Verein, die Gründung eines Start-ups oder auch diverse Praktika im In- und Ausland. Expertenwissen ist wichtig – aber ein breiter Erfahrungsschatz erlaubt es erst, vernetzt zu denken und somit verschiedene Perspektiven gleichzeitig zu berücksichtigen. Der Begriff „Collaborative Intelligence“ ist hier von zentraler Bedeutung. Bei der Lösung eines Problems – sei es in einer kleinen oder großen Gruppe – gezielt diverse Wissens- und Erfahrungsquellen zu integrieren und dabei die verschiedenen Perspektiven und Meinungen gleichwertig zuzulassen, ist eine sehr wichtige Fähigkeit. Dazu gehört auch empathisches Verhalten, sich in andere hineinversetzen zu können, die anderer Meinung sind als man selbst. Die Stärke, die ein Team bekommt, wenn Menschen mit diesem Bewusstsein zusammenarbeiten, ist ein bedeutender Wettbewerbsvorteil in jedem Unternehmen.

Was würden Sie einem jungen Einsteiger raten – wie kann ich bereits zu Beginn mein Intrapreneur-Mindset in ein großes Unternehmen einbringen?

Zunächst ist es vor allem wichtig zuzuhören und zu verstehen: Warum finden bestimmte Abläufe statt? Warum arbeitet ein Unternehmen genau nach diesen Abläufen? Warum ticken die Mitarbeiter auf diese Art und Weise? Anschließend gilt es, Dinge und Abläufe stets zu hinterfragen, seine eigenen Meinungen zu äußern und einzubringen sowie bestehende Regeln und Prozesse bewusst ab und an zu brechen. Denn nur so kann Neues entstehen!

Was müssen Unternehmen tun, damit Intrapreneure den nötigen Handlungsspielraum bekommen, den sie für Kreativitäts- und Innovationsprozesse benötigen? Was tut KPMG konkret, um Intrapreneure zu fördern?

Neben der Schaffung der notwendigen Freiräume – wie zum Beispiel flexibles Arbeiten – und einer positiven Fehlerkultur sind bestimmte Werkzeuge wichtig, die Intrapreneure darin unterstützen, ihr volles Potenzial entfalten zu können. Die ersten beiden Punkte gehen mit einem kulturellen Wandel einher, den die richtigen Werkzeuge dahingehend unterstützen können. Wir richten daher unser Hauptaugenmerk darauf, diesen Wandel jeden Tag aufs Neue, Stück für Stück, mit zu begleiten. Unser Innovationskonzept lautet dementsprechend auch „befähigen und multiplizieren“ – das bedeutet zum einen, unseren Kollegen ein sich stets weiterentwickelndes Portfolio an Innovationstechniken an die Hand zu geben, und zum anderen, durch einen transparenten Prozess gemeinschaftlich zu entscheiden, welche Ideen weiterentwickelt werden können.

Wie kann man langfristig und on-the-job eigene Intrapreneur-Skills schulen? Welche Möglichkeiten bietet KPMG hier an?

Die Stärkung und Förderung bestimmter Skills erfolgt durch eine Vielzahl an Angeboten wie beispielsweise Schulungen zu Innovationswerkzeugen und -techniken, Storytelling, Thought Leadership, „Unternehmer im Unternehmen“ oder dem Emerging-Leader-Programm für Nachwuchstalente. Hier wird bereits ein erster Impuls gesetzt – umso wichtiger ist es jedoch, direkt im Anschluss diesen Impuls nachhaltig zu stärken und das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Von fundamentaler Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die hierfür notwendigen Freiräume und eine positive Fehlerkultur. Aber auch Wertschätzung und regelmäßiges Feedback machen diese Unternehmenskultur erst erlebbar und auch spürbar.

Intrapreneur oder Entrepreneur – was passt zu welchem Typ Student am besten und inwiefern finden beide bei KPMG ihren ganz eigenen Platz?

Ein Patentrezept dafür, für welchen Typ der jeweilige Berufseinstieg ideal ist, wird wohl niemand entwerfen können. Sinnvoll ist es jedoch, sich klar zu machen, dass weder die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen oder Start-up endgültig sein muss. Aufgrund unserer Struktur sind bei KPMG unsere Partner auch Entrepreneure, da sie Anteile am Unternehmen halten und ihr Handeln somit auch unmittelbare Auswirkungen auf ihren Erfolg hat. Spannend ist sicherlich auch, dass bei uns jeder Mitarbeiter von Anfang an Intrapreneur-Luft schnuppert, indem wir täglich daran arbeiten, eigenverantwortliches Handeln zu fördern. Wir ermöglichen es zum Beispiel, dass Mitarbeiter mit unserer Unterstützung eine Geschäftsidee wie ein Start-up innerhalb unseres Unternehmens umsetzen können und dabei auf die Möglichkeiten und Expertise einer KPMG zurückzugreifen. Auf dem weiteren Karriereweg kann man sich so vom Intrapreneur zum Entrepreneur bei der KPMG entwickeln. Ich glaube, dass wir – auch aufgrund unserer Größe von über 9.800 Mitarbeitern und insbesondere deren Erfahrung und Fähigkeiten – viele Möglichkeiten bieten, erfolgreich Karrieren individuell zu gestalten, sei es nun als Entrepreneur oder Intrapreneur, Experte oder Generalist.

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