Deutschland gilt landläufig als „Automobilnation”. Als Brutstätte von Mercedes-Benz, BMW, VW, Audi und Porsche. Doch als Exportland spielt die Bundesrepublik auch eine wichtige, internationale Rolle im maritimen Sektor, da der überwiegende Teil des Welthandels über die Seeschifffahrt abgewickelt wird. In Hamburg und der gesamten, deutschen Küstenregion versammeln sich zahlreiche Reedereien, Zulieferer, Logistikunternehmen und Finanzierer, denen seit Jahren eine „steife Brise” entgegenweht: Der maritime Sektor steckt in einer historischen Krise. Mit welchen Sanierungsansätzen das Team Deal Advisory | Restructuring bei KPMG Kunden aus der Schifffahrtsbranche wieder „auf Kurs” bringt und welche Rolle du an Bord spielen kannst, erfährst du von Tobias Rietzel, Projektleiter und Senior Manager in der Restrukturierungsberatung von KPMG.

Sanierungskonzepte bei KPMG: Unternehmen aus der Krise lotsen

Egal ob Schifffahrt, Automotive oder Retail: Unser Restrukturierungsprozess ist für Unternehmen verschiedenster Branchen sehr ähnlich. In erster Instanz analysieren wir bildlich gesprochen, „wie spät es ist”, das heißt, wie tief das Unternehmen bereits in der Krise steckt. Dabei unterscheiden wir zwischen drei möglichen Vorgehensweisen – je nachdem, in welchem Stadium sich der Kunde gerade befindet:

„Viertel vor zwölf” (Turnaround)

Eine Krise, die das Geschäftsmodell oder Unternehmensziel gefährden könnte, zeichnet sich am Horizont ab. Doch noch ist es nicht zu spät, um gegenzusteuern. Deshalb suchen wir im Geschäftsmodell und in der gesamten Wertschöpfungskette unseres Kunden nach Optimierungspotenzial, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

„Fünf vor zwölf” (Financial Restructuring)

Aus einer Strategie- und Absatzkrise ist in der Regel eine handfeste Ergebnis- und Liquiditätskrise geworden, die den Fortbestand des Unternehmens massiv bedroht. In dieser Situation ist unsere Priorität, das „sinkende Schiff” erstmal zu stabilisieren. Zum Beispiel durch Cash Management, kurzfristige Kostensenkungen oder indem wir schwache Kunden- bzw. Produktgruppen identifizieren. Wenn die erste Zitterpartie überstanden ist, beginnen wir mit tiefgreifenden Veränderungen, die Geschäftsmodell, Prozesse, Organisation oder Wertschöpfung betreffen können – der Unternehmensrestrukturierung.

„Nach zwölf” (Insolvency)

Für rettende Sanierungsmaßnahmen ist es bereits zu spät. Dem Unternehmen droht das Insolvenzverfahren. In diesem Stadium berät unser Team den Kunden vor allem hinsichtlich insolvenzrechtlicher Optionen und liefert die betriebswirtschaftliche Unterstützung während des unausweichlichen Verfahrens. 

Eine Branche in schwerer See: Maritime Wirtschaft im Wandel

Vor allem Kunden aus der Schifffahrtsbranche kämpfen seit Jahren mit heftigem Gegenwind und haben zuweilen einen hohen Bedarf an Sanierungskonzepten. Bis zur Finanzkrise war noch alles „in Butter aufm Kutter”. Reedereien orderten in der Annahme, dass der Wirtschaftsboom der 2000er-Jahre anhalten würde, immer neue Schiffe. Zu viele, wie sich später herausstellte, denn mit dem Platzen der Blase sank abrupt die Nachfrage nach Frachtdiensten und Schiffsfinanzierungen. Investoren, Reedereien und Staaten verloren eine Menge Geld. Die Branche befindet sich nach dieser massiven Marktkonsolidierung zwar wieder halbwegs auf Erholungskurs. Trotzdem stellen die zunehmende Konkurrenz aus Asien, regulatorische Neuerungen, Überkapazitäten an Frachtraum und die fortschreitende Digitalisierung etablierte Marktteilnehmer vor stets neue Herausforderungen.

Ein Beispiel: Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat ab 2020 eine Absenkung des Schwefelgrenzwertes in Schiffskraftstoffen von 3,5 % auf 0,5 % beschlossen. Zwar haben Schiffseigner grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Reduktion der Schwefelemission, doch diese sind entweder äußerst kostspielig, risikobehaftet oder nur bedingt praxistauglich.

Neben regulatorischen Herausforderungen kämpft die Seefahrtsbranche auch mit dem digitalen Wandel und der wachsenden Konkurrenz durch kleine, wendige Startups, die den „Dickschiffen” mitunter das Wasser abgraben.

Team Deal Advisory: Alle in einem Boot 

Für die Restrukturierung von Unternehmen aus der Schifffahrtsbranche haben wir ein breit gefächertes Team mit unterschiedlichen Backgrounds angeheuert. Berater mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium arbeiten Hand in Hand mit Naturwissenschaftlern und Juristen. Dennoch sitzen wir alle „in einem Boot” und verfolgen den gleichen Lösungsansatz: Wir analysieren das Unternehmen, den Markt und die Prozesse, entwickeln konkrete Sanierungsmaßnahmen und erstellen Planungsmodelle für die nächsten Jahre.

Eine spannende Reise, die dem Team viel abverlangt – aber auch zurückgibt. Denn gerade die Schifffahrtsbranche ist sehr international und vielschichtig. Sie umspannt schließlich den gesamten Globus und reflektiert somit weltweite, makroökonomische Entwicklungen. Monotonie ist in unserem Bereich nicht angesagt. Wir wachsen mit unseren Herausforderungen, erweitern täglich unseren Horizont und sind viel unterwegs. Sowohl national, als auch international.

Ahoi! Wir suchen #GameChanger 

Der historische Wandel der maritimen Branche wird uns voraussichtlich noch Jahre begleiten. Zwar verkehren spezialisierte Reedereien, die Kreuzfahrtbranche oder der Spezialschiffbau wieder in ruhigerem Fahrwasser, doch das nächste Unwetter tut sich schon am Horizont auf. Viele Seefahrtsunternehmen könnten in den kommenden Jahren aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und neuer Regularien weiter unter Druck geraten und auf Restrukturierung und Sanierungskonzepte angewiesen sein. Zur Bewältigung dieser spannenden Challenge brauchen wir vor allem eines: Eine starke Mannschaft an Bord von KPMG Deal Advisory, die neben der maritimen Branche auch Mandanten aus vielen anderen Industriezweigen berät: Von der Automobilindustrie über Energie und Rohstoffe bis hin zu Handel oder Konsumgüter. Wir unterstützen unsere Mandanten dabei, ihre Unternehmensziele in einem komplexen und dynamischen Wettbewerbsumfeld zu erreichen – von der Strategieentwicklung bis zur erfolgreichen Umsetzung.

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