Entscheide Dich für den richtigen Job

6 Dinge, die Du beachten solltest, bevor Du irgendwo zu- oder absagst.

Hast Du schon mal einen Job, ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz gesucht? Bist Du vielleicht sogar gerade dabei? Dann kennst Du das ja sicher: Nach gefühlten tausend Motivationsschreiben und hundert Vorstellungsgesprächen bist Du so auf Bewerbung gebürstet, dass Du wildfremden Menschen auf der Straße Deinen Lebenslauf runterratterst. Du hast alles gegeben und willst jetzt einfach nur die Früchte Deiner Arbeit genießen.

Eines schönen Morgens ist dann auch tatsächlich eine Zusage im Postfach. Und Du so…

Die richtige Job-Entscheidung
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Aber dann kommt eine zweite Zusage, eine dritte, vielleicht sogar eine vierte! Du willst dich geschmeichelt fühlen, aber eigentlich bist Du nur gestresst. Denn jetzt beginnt erst der richtig schwierige Teil: Die Entscheidung für eine einzige Stelle.

Zu viel Auswahl kann schnell in Stress ausarten. Darum gibt es hier sechs Tipps, die Dir die Entscheidung erleichtern sollten.

1. Rechne ab!

Überall hört man, die Gen Y wolle nichts als Freiheit, Mitbestimmung und kostenlose Smoothies. Sie lege keinen Wert mehr auf Wohlstand und finanzielle Sicherheit. Konfrontiert man junge Leute mit diesen Behauptungen, gucken die allerdings meistens so:

(Bild: Flickr / Benjamin Forrest / cc by)

Denn natürlich spielt die Bezahlung eine große Rolle. Jeder braucht Geld, Du allen voran. Aber Achtung: Das Gehalt ist nicht alles. Eine gute Altersvorsorge (ja, sorry, gähn) kann auf lange Sicht den Unterschied machen. Check auch, was das Essen in der Kantine kostet, bzw. ob es überhaupt eine gibt. Wenn Du mehrmals die Woche auswärts isst, frisst das schnell ein Loch ins Gehalt.

Nicht zu vergessen: Zahlt die Firma dein Bahnticket? Gibt es Unterstützung, falls du umziehen musst? Kriegst du ein Handy? Bekommst Du als Mitarbeiter Prozente bei Fitnessclubs, Museen oder sogar Banken? Alles Dinge, die Du beachten solltest.

2. Lerne Balancieren!

Unter Work Life Balance versteht jeder was anderes. Manche haben kein Problem damit, abends noch Mails vom Chef zu lesen, solange sie während der Arbeit Pong spielen dürfen. Andere arbeiten acht Stunden durch, um den Stift Punkt fünf fallen zu lassen. In jedem Fall solltest Du wissen, ob sich Dein Verständnis und das Deines zukünftigen Arbeitgebers decken.

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Und vergiss nicht: Nur weil Du nicht arbeitest, hast Du nicht unbedingt echte Freizeit. Pendeln macht wenig Spaß. Und wenn Deine Familie in einer anderen Stadt lebt, stehen Dir vielleicht öde Abende in der Zweck-WG bevor – einer der Gründe, warum 57 % der Deutschen es ablehnen, für die Karriere eine Fernbeziehung einzugehen.

Finde raus, was rauszufinden ist: Checke die Fahrzeit, indem Du die Strecke (bei Rush Hour) probeweise abfährst. Frage nach Urlaubstagen und Sonderurlaubsregelungen. Wie steht die Firma zu Homeoffice und Elternzeit…

3. Werde Klimaforscher!

Mit wem Du zusammenarbeitest, hat einen gigantischen Einfluss darauf, wie gern Du zur Arbeit gehst. Freunde und Familie sind für drei Viertel der Gen Y das Allerwichtigste im Leben. Natürlich ist es da besser, wenn auch die Kollegen freundschaftlich miteinander umgehen – und vielleicht irgendwann zu Familie werden!

Leider ist es fast unmöglich herauszufinden, wie das Klima in einer bestimmten Abteilung wirklich ist. Wenn Du niemanden kennst, den Du unter der Hand fragen kannst, bleibt Dir nur, beim Gang durch die Firma ganz genau auf Indizien zu achten.

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Stehen Leute bei der Kaffeemaschine und schnacken? Oder ist jeder in seinem Büro? Was hängt am schwarzen Brett? Nur Jobausschreibungen oder auch Partyeinladungen? Gibt es eine Tischtennisplatte? Und wichtiger: Spielt da auch wer drauf?

Außerdem lohnt es sich, Deinen zukünftigen Chef oder Deine zukünftige Chefin auf Google, Facebook, LinkedIn und Xing genauer unter die Lupe zu nehmen. Umgekehrt wird das Unternehmen schließlich auch einen Blick auf Deine Online-Profile werfen.

4. Sperr die Ohren auf!

63% der Frauen und 45% der Männer lassen sich bei der Jobwahl davon beeinflussen, ob eine Firma sich sozial engagiert. Ob Dein potenzieller Arbeitgeber das tut, ist meistens leicht herauszufinden. Andere Aspekte der Unternehmenskultur lassen sich dagegen schwerer recherchieren: Wie es mit Fairness, Wertschätzung und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern aussieht, erfährst Du meistens erst, wenn Du in einer Firma anfängst. Und dann ist es in der Regel zu spät.


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Tipp: Auf Online-Plattformen wie kununu.com, meinchef.de oder glassdoor.de kannst Du Dir einen groben Eindruck vom Innenleben der Firmen verschaffen. Wie immer sind die Bewertungen dort jedoch mit Vorsicht zu genießen: Mit Beschwerden sind Menschen allgemein großzügiger als mit Lob. Es lohnt sich also, die Online-Reviews mit den eigenen Erfahrungen z.B. beim Vorstellungsgespräch abzugleichen.

5. Schau in die Zukunft!

„Und wann werde ich befördert?“ ist keine Frage, die man so beim Bewerbungsgespräch stellen sollte. Dabei ist das natürlich mit das Wichtigste – man will schließlich nicht in fünf Jahren noch immer auf demselben Posten hocken.

Tipp: Frage allgemeiner. Die Frage: „Wie sieht denn ein normaler Werdegang in Ihrer Firma aus?“ erlaubt es dem Personaler, das Wichtigste zu vermitteln, ohne sich festlegen zu müssen. Ein Blick auf die Xing-Accounts Deiner zukünftigen Mitarbeiter hilft ebenfalls, die Beförderungsrate im Unternehmen einzuschätzen.

6. Entscheide Dich!

Das Wichtigste ist, dass Du Dich überhaupt entscheidest, egal wie. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. In den meisten Fällen wird Dir eine Firma bis zu einer Woche geben, um zu- oder abzusagen. Schreibe alle Pros und Kontras auf einen Zettel. Dann nimm den Zettel und…

Folge deinem Bauchgefühl. Sicherheit hast Du sowieso nie. Und musst Du auch nicht: Der Beruf ist bei Weitem nicht das Wichtigste im Leben. Außerdem ist keine Stelle für die Ewigkeit. Wenn es Dir im neuen Job nicht gefällt, suchst du eben weiter. Nur nicht vor lauter Wahlfreiheit erstarren! Denn wenn Du locker bist, hast du gleich mehr Spaß bei der Arbeit – egal, wo du anfängst.

 

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Dieser Artikel ist zuerst auf Bento.de erschienen.

 

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