Liebe Frau Hattig, wie sind Sie zu KPMG gekommen?

Das war mehr zufällig: Ich bin von Haus aus Rechtsanwältin und hatte mich damals bei der Rechtsanwaltsgesellschaft von KPMG beworben. Allerdings war die ausgeschriebene Stelle, wie sich herausstellte, nicht mehr aktuell. Ich wurde zu einer ganz anderen Position kontaktiert, die mir zunächst gar nicht passend erschien. Aber ich war offen, hab mir erst einmal alles dazu angehört und es hat dann einfach persönlich wirklich gut gepasst. Jetzt bin ich hier (lacht).

Wie sieht denn Ihr heutiger Job aus?

Ich bin in einer internen Abteilung und betreue Mitarbeiter bei spezifischen, juristischen und risikobezogenen Fragen mit dem Fokus auf Steuerberatung. Das Themenspektrum ist sehr weit gefächert und auch sehr abwechslungsreich. Es macht mir Spaß, da sowohl pragmatische Lösungen gesucht sind, als auch eine gewisse Kreativität erforderlich ist, um bestimmte Fälle klären zu können. Das Forschen nach neuen Lösungswegen oder Prozessen finde ich besonders interessant.

Sie forschen auch privat gern. Erzählen Sie doch mal von Ihrem Hobby!

In der 10. Klasse sollten wir einen Aufsatz über die Herkunft unserer Eltern und Großeltern schreiben. Bei der Recherche bin ich auf viele interessante Informationen gestoßen, was mein Interesse für die Ahnenforschung wachgekitzelt hat. Seitdem vertiefe ich mich immer wieder mal in meine persönliche Geschichte, lese ellenlange Briefe oder viele weitere Dokumente – mittlerweile habe ich ganze Aktenordner zu Hause.

Das hört sich ein wenig nach Arbeit an. Was fasziniert Sie denn daran?

Es ist einfach unglaublich spannend, die eigene Familiengeschichte zu erforschen. Ich konnte bereits viele Persönlichkeiten innerhalb der Familie recherchieren. Darunter ist alles vertreten: verschiedene Stände und Berufe, arme und reiche Leute, Menschen, die einem Vorbilder sind, aber auch welche, mit denen man sich nicht identifizieren kann. Man kann plötzlich geschichtliche Ereignisse mit seiner eigenen Person in Verbindung bringen oder Ähnlichkeiten zu alten Verwandten aufdecken. Es ist wie ein Mosaikbild, das sich nach und nach füllt und mit der Zeit ein großes Ganzes ergibt.


Das klingt tatsächlich spannend. Was haben Sie denn schon entdecken können?

Für mich persönlich war die spannendste Entdeckung, als ich bis nach Polen ins ehemalige Ostpreußen gereist bin. Dort konnte ich über einen Ortsforscher tatsächlich das Geburtshaus meiner Großmutter ausfindig machen und mich darin sogar umsehen, was mir eine ganz besondere Einsicht in die Geschichte gegeben hat. Auch die Gespräche vor Ort deckten noch einige Zufälle auf. Das war ein ergreifendes Erlebnis für mich.

Dann war Ihre Forschung ja schon erfolgreich. Wie gehen Sie bei der Recherche vor?

Natürlich bietet heute das Internet vielfältige Möglichkeiten, Stammbäume zu erforschen. Aber vor allem Dokumente wie Kirchenbücher, Briefe oder Urkunden helfen mir bei der Recherche. Auch wenn ich deren Haltung oft eher kritisch gegenüberstehe, können mir Heimatvereine viele Materialien und Informationen liefern. Das Wichtigste ist es, mit Eltern, Großeltern und älteren Verwandten zu sprechen. Diese haben eigene lebendige Erinnerungen und außerdem wiederum Geschichten von ihren Eltern und Großeltern gehört. Damit bekommt man Erzählungen, die 3 – 4 Generationen zurückreichen. Am Ende geht es dann darum, alles zu sammeln, zu strukturieren und aufzubereiten. Ich habe für meine Familie ein riesiges DIN-A0-Plakat zusammengestellt.

Dafür braucht es sicher einiges an Geduld. Was gehört zur Ahnenforschung noch dazu?

Grundsätzlich natürlich ein Interesse an Menschen, an ihren Charakteren und ihrer Geschichte. Und ja, natürlich die Geduld, den Dingen nachzugehen und die Bereitschaft, fremde Menschen zu kontaktieren, die einem vielleicht weiterhelfen können. Manches ergibt sich aber auch einfach. Zudem wird ein Blick für Details benötigt, man muss sehr genau sein und an der Sache dranbleiben, bis sich das Raster mit Leben füllt. Mir persönlich liegt diese strukturelle Arbeit. Ich erschaffe gern aus vielen kleinen Elementen ein großes Bild. Das passt wohl auch zur Rechtsanwältin (lacht).

Würden Sie denn sagen, diese Detailarbeit passt auch zum typischen KPMG-Mitarbeiter?

Nicht unbedingt. Auf mich und meine Arbeit trifft das natürlich zu. Aber es gibt bei uns nicht den einen klassischen Stereotyp, sondern so viele Mitarbeiter mit verschiedenen Veranlagungen und Interessen; manche lesen viel und gehen gern ins Theater, andere machen große Reisen oder spielen Musikinstrumente. Bei mir sind es eben Menschen und meine persönliche Familiengeschichte. Aber das macht die Zusammenarbeit bei KPMG sehr menschlich und bunt – wir gehören zwar nicht zur klassisch „kreativen“ Branche, aber kreativ sind wir hier trotzdem (lacht)!

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