Wie kamen Sie auf die Idee, mit dem Fahrrad von Berlin nach Barcelona zu fahren?

Seit meiner Kindheit fahre ich viel und gerne Fahrrad. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, geht es für mich nie nur um das Ziel, sondern auch um den Weg. Im Job reise ich regelmäßig, aber dann immer möglichst schnell und unkompliziert. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, bedeutet für mich, dass man die Eindrücke und Veränderungen entlang der gesamten Strecke sehr bewusst erlebt. Einen kleinen Teil Europas auf diesem Weg kennenzulernen, hatte mich schon länger gereizt. Barcelona war mein persönliches Maximalziel und ich wollte schauen, wie lange ich durchhalte.

Sie waren insgesamt vier Monate unterwegs. Wie konnten Sie dies mit Blick auf Ihren Job zeitlich realisieren?

Natürlich hat das Planung und Abstimmungen erfordert. Aber generell bietet das projektbezogene Arbeiten den großen Vorteil, dass man zwischen zwei Projekten die Möglichkeit erhält, auch ganz persönliche Ambitionen zu realisieren.

Wie wichtig war die Flexibilität, die Ihnen KPMG für diese Zeit gegeben hat?

Sehr wichtig! Das Arbeitszeitmodell war einer der Hauptfaktoren für meine Entscheidung, bei KPMG einzusteigen. Denn jede Stunde, die ich arbeite, wird honoriert. Für die Reise hatte ich beispielsweise Überstunden und Urlaub angespart. Grundsätzlich gibt es bei KPMG aber noch weitere Möglichkeiten, eine Auszeit zu realisieren.

Wie viel Vorbereitung war notwendig – und wie haben Sie das mit Ihrem Berufsalltag vereinbart?

Von den vier Monaten habe ich mich drei bis vier Wochen auf die Tour vorbereitet. Ich brauchte unter anderem ein neues Fahrrad und Equipment wie Gepäcktaschen, Werkzeug, Ersatzteile, Campingkocher etc. Die Zeit für die intensive Recherche und Vorbereitung hat sich wirklich gelohnt – ich war superzufrieden mit meiner Ausrüstung.

Wie sieht das aus, Gepäck für eine solche Tour auf dem Fahrrad dabeizuhaben – was hatten Sie dabei, was war Ihnen wichtig und worauf haben Sie ganz bewusst verzichtet?

An sich habe ich sehr pragmatisch gepackt – denn spätestens am Berg spürt man jedes Gramm Gepäck. Bei einigen Dingen habe ich auch erst während der Tour gemerkt, dass sie für die Reise unabdingbar sind. Beispielsweise habe ich mit dem Smartphone navigiert und mein Ladegerät hatte irgendwann einen Kabelbruch. Zu Hause in Berlin hätte ich das natürlich ohne Probleme sofort nachkaufen können – aber während der Tour war ich häufig mitten im Nirgendwo und da sind Elektronikfachgeschäfte eher selten zu finden.

Auf so einer Tour wird man vor einige Probleme gestellt – wie das gebrochene Kabel zeigt. Was lernt man dabei über Flexibilität, auch mit Blick auf die eigene Karriere?

Die Tour hat mich in meiner Einstellung bestärkt, dass es ganz selten – eigentlich fast nie – Probleme gibt, die einen wirklich aus der Bahn werfen. Irgendwie geht es immer weiter, ab und zu halt nur nicht auf dem ursprünglich gedachten Weg. Ein Beispiel: Einmal wurde ich in Frankreich auf eine Rinderweide navigiert und musste an einer Herde von über 20 Bullen vorbei – als Großstädter hatte ich natürlich keine Ahnung, ob das gut geht. Die Alternative wäre allerdings ein Umweg von 20 Kilometern gewesen und dann hätte ich meine Tagesetappe nicht geschafft. Also habe ich es einfach mit Klingeln probiert und es hat geklappt. Die Bullenherde ist abgezogen und die Tagesetappe war gerettet. Mutig und offen für neue Wege sein – das ist eine Grundeinstellung, die ich mit in den Job nehme.

Wie wichtig ist es, sich auch außerhalb der Arbeit ungewöhnliche Ziele zu setzen, auf die man hinarbeitet? Inwiefern bietet das neue Inspiration für den Berufsalltag?

Sich ungewöhnliche Ziele zu stecken, bedeutet auch immer, dass man kreative und pragmatische Lösungen entwickelt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Kreativität und Pragmatismus extrem wertvolle Fähigkeiten in meinem Job sind – das nehme ich auf jeden Fall mit in die tägliche Arbeit. Außerdem mag ich es, im Privaten den Kontrast zum Joballtag zu suchen – beispielsweise viel Natur statt Stadt. Diesen Kontrast zu erleben, lässt mich beide Seiten noch mehr wertschätzen.

Hat sich durch Ihre Reise etwas an der Herangehensweise für Ihre Arbeit verändert?

Meine Arbeits- und Herangehensweise sind sehr stark durch mein Studium und meine bisherige Berufserfahrung geprägt. Von daher ist es natürlich nicht so, dass ich seit der Reise plötzlich alles anders mache. Was ich von der Tour aber definitiv mitnehme, ist, sich täglich Etappenziele zu stecken. Ich habe mich nicht jeden Tag gefragt, wie weit es noch bis Barcelona ist, sondern von Tag zu Tag gedacht. Außerdem sollte man nie verbissen an Aufgaben rangehen – jeder einzelne Tag auf der Tour hat Spaß gemacht und genauso sollte es im Job sein.

Was sind Ihre nächsten Ziele – beruflich und privat?

Seit diesem Herbst bin ich Manager und möchte diese Rolle natürlich entsprechend ausfüllen. Privat möchte ich das Fahrradequipment meiner Reise jetzt regelmäßig nutzen und auch mal kürzere Touren machen. Noch einmal in einer großen Tour mit dem Fahrrad außerhalb Europas zu reisen – das ist ein längerfristiger Traum.

 

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