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Quelle: Wikipedia/cc by-sa

Geht man an der Uni in eine Vorlesung eines IT-Studiengangs, dann bietet sich folgendes Bild: Nur auf jedem fünften Platz sitzt eine Frau. Noch ausgedünnter sieht es aus, wenn man einen Blick in die Professoren-Zimmer wirft.

In der IT-Branche herrscht Frauenmangel. Aber wie kommt das? Sind Frauen einfach zu schlecht in Mathe, logischem Denken, haben kein Technikverständnis und schon gar kein Interesse? Natürlich nicht. Das Problem ist nicht naturgegeben, sondern ist sowohl kulturell als auch strukturell bedingt. Das stützt unter anderem die Studie „Frauen in Informatik“ vom Centrum für Hochschulentwicklung.

Aber auch ein Blick in die ehemalige DDR lässt auf ein strukturelles Problem schließen. Mehr als die Hälfte der graduierten IT-Studierenden waren dort noch Frauen.

Dass ein höherer Frauen-Anteil ein Plus wäre, haben auch Unternehmen erkannt und suchen entsprechend händeringend nach weiblichen Fachkräften. Als Grund dafür wird häufig die andere Herangehensweise an Aufgaben, kreativere Ansätze und ein sensiblerer Umgang im Team und mit Kunden genannt. Aber was hilft das Jammern? Viel wichtiger ist die Frage: Was können wir tun, um mehr Frauen für die IT-Branche zu begeistern? Die CH-Studie nennt als eine ihrer 14 Handlungsempfehlungen, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen. Eine guter Ansatz, denn davon gibt es einige. Kennst Du zum Beispiel Ada Lovelace, Grace Hopper oder Jade Raymond?

Ada Lovelace: „Ich laufe nicht mit einem Schneckengehäuse herum, sondern mit einem Molekularbiologielaboratorium“

An Selbstvertrauen und der Fähigkeit sich zu behaupten, hat es Augusta Ada Byron King, als Ada Lovelace bekannt geworden, nicht gemangelt. „Wüsstest Du auch nur um die Hälfte der außergewöhnlichen unbesonnenen Dinge, die ich tue, Du würdest gewiss dem Gedanken zuneigen, dass irgendein Zauber auf mir liegt.“, soll sie über sich selbst gesagt haben.

Sie gilt als die erste Person, die ein Computerprogramm geschrieben hat und ist damit eine Begründerin der Informatik. Sie gilt mit ihrem Algorithmus zum Berechnen von Bernoulli-Zahlen mit der Analytical-Engine-Rechenmaschine als erste Programmiererin und das ein Jahrhundert vor der Erfindung des Computers. Ihre Voraussicht, dass in der Analytical-Engine nicht nur eine Rechenmaschine, sondern einen Computer schlummert, der für unendliche viele Anwendungen eingesetzt werden konnte, macht sie zu einer Vordenkerin, die einem Bill Gates oder Steve Jobs ins nichts nachsteht.

Leider fand ihr wissenschaftlicher Beitrag zu ihren Lebzeiten kaum Anerkennung, erst mit Beginn des Computerzeitalters wurde die Bedeutung ihrer Arbeit anerkannt.

Achso: Und neben ihrer wissenschaftlichen Karriere zog sie zudem 3 Kinder auf! Elternzeit für Väter war damals noch nicht angesagt.

Grace Hopper: „Es gibt keinen gefährlicheren Satz als ‚Das haben wir schon immer so gemacht!‘“

Die Yale-Absolventin Grace Hopper gilt als eine der ersten modernen Programmiererinnen. 1944 startete sie ihre IT-Karriere bei der US-Navi und war beteiligt an wegweisenden Projekten wie Mark I (der erste vollelektronische Großrechner der Welt), Mark II und UNIVAC I (der erste kommerzielle Computer). Darüber hinaus war Hopper maßgeblich an der Entstehung der Programmiersprache COBOL beteiligt. Die IT-Systeme der meisten Banken beruhen heute noch auf Cobol.

Vor allem hatte sie aber auch ein modernes Verständnis von Arbeit und Führung und hatte den nötigen Funken Innovationsgeist: „Der Mensch ist allergisch gegen Veränderungen. Ich versuche, das zu bekämpfen. Deshalb habe ich eine Uhr an meiner Wand, die gegen den Uhrzeigersinn läuft.“, so Hopper.

Jade Raymond: „Ohne ein inspiriertes Team, gibt es auch kein inspiriertes Spiel“

Die kanadische Videospiel-Produzentin und Programmiererin, Jade Raymond, ist mittlerweile ein richtiger Star der Gaming-Szene. Sie ist studierte Informatikerin und hat unter anderem schon als Programmiererin bei Sony gearbeitet. Sie war an der Entwicklung der „Assassin’s Creed“-Reihe maßgeblich beteiligt und ist seitdem in der Hall of Fame der Videospiel-Entwickler. Obwohl Sie es als Frau in der IT-Branche nicht immer leicht hatte, nutzt sie ihre Bekanntheit dennoch, um junge Frauen zu ermutigen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, zum Beispiel als erste weibliche Keynotespeakerin der BAFTA Games Awards.

Seit Kurzem ist sie die neue Vize-Präsidentin der Games-Abteilung von Google (Game Streaming Dienst Stadia). Ein gutes Beispiel dafür, wie ein IT-Studium ins Management führen kann.

Ihr modernes und empathisches Verständnis von Management ist ein gutes Beispiel dafür, warum Frauen in Führungspositionen und in der IT-Branche gleichwertig vertreten sein sollten.

Wir sehen also, eine IT-Karriere kann ganz ungewöhnlich starten (z.B. auch beim Militär) und doch in die Hall of IT-Fame führen.

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