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Vor zwei Jahren begann Nadine ihren Weg bei KPMG direkt nach dem Studium. Hier führt sie insbesondere die Mittelverwendungsprüfungen im Auftrag von Fördermittelempfängern oder der Europäischen Kommission durch. Bereits ein halbes Jahr nach ihrem Einstieg hatte sie ihren ersten Mentee von JOBLINGE. Im Interview spricht die 26-Jährige über den Charme, Jugendliche in die richtige Richtung zu stoßen, wie wichtig es ist, zurückzugeben und welche Erlebnisse sie mit ihren Mentees hatte.

Hi Nadine, worum handelt es sich eigentlich bei dem Programm JOBLINGE?

Wir helfen hier Jugendlichen eine Ausbildung zu finden. Oftmals geht es um Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen – unabhängig vom Schulabschluss. Wenn diese Jugendlichen sich beim Jobcenter arbeitslos melden, können sie an bestimmten Maßnahmen teilnehmen, um in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Eine dieser Maßnahmen ist JOBLINGE, dessen Partner KPMG ist.

Die Anmeldung ist für die Jugendlichen freiwillig und besteht aus mehreren Phasen. Zunächst engagieren sich die Jugendlichen ein, zwei Tage selbst gemeinnützig und streichen beispielsweise Wände im Kinderheim. So verstehen sie schon zu Beginn des Projekts, wie wichtig es ist, soziale Verantwortung zu übernehmen. In den folgenden Wochen lernen sie dann, Bewerbungen zu schreiben, mit Computern umzugehen, bekommen Mathe- und Deutschnachhilfe und nehmen an Unternehmensvorstellungen teil. Hier erhalten sie einen spannenden Einblick in unterschiedliche Ausbildungsberufe und in die Abläufe innerhalb der Firmen.

Und wie ist es, wenn ihr zum ersten Mal aufeinandertrefft?

Wir lernen unsere Mentees schließlich am Ende der Kulturwoche kennen. In der Kulturwoche lernen die Jugendlichen über ihren Schatten zu springen und Vorurteile und Grenzen zu überwinden. Dazu studieren sie ein Theaterstück ein, das sie uns als Mentoren im Anschluss vorführen. Das ist auch der Moment, in dem wir uns zum ersten Mal kennenlernen. Von hier aus arbeiten wir dann gemeinsam an ihrer Zukunft.

Ich hatte bisher zwei Mentees. Meine Aufgabe ist es, für sie da zu sein und ihnen zu helfen. Mir war es wichtig, die Mentees ganz individuell zu betreuen. Deswegen habe ich mich bei beiden dazu entschieden, erstmal zu fragen, was sie sich wünschen und wie ich ihnen helfen kann. Wichtig war mir auch zu erfahren, warum sie teilnehmen und sich auf das Mentoring freuen. Und bei beiden war die Antwort, dass sie es toll fänden, wenn ich ihnen helfe, Bewerbungen zu schreiben und einen Ausbildungsplatz zu suchen. Ich habe ihnen auch angeboten, mich zu duzen, da ich eher eine Freundin für sie sein möchte anstatt einer Lehrerin.

Das klingt nach einer großen Aufgabe. Wieso hast Du Dich dazu entschieden, Dich bei JOBLINGE zu engagieren?

Ich bin der Meinung, jeder sollte etwas zurückgeben. Es ist ein wirklich schönes Gefühl, zu helfen und einen positiven Einfluss auf den Lebensweg einer Person zu nehmen. Vielleicht hatte man selbst irgendwann mal jemanden, z.B. die eigenen Eltern, Lehrer oder Coaches beim Sport, der einen an einem entscheidenden Punkt im Leben in die richtige Richtung gestoßen hat. Ich frage mich manchmal, ob ich ohne meine älteren Geschwister auch bis hierhergekommen wäre. Die Mentees hatten so eine Person häufig nicht. Hier kommen wir dann ins Spiel.

Jemanden in die richtige Richtung stoßen ist ein gutes Stichwort. Wie sieht eine typische Woche für Dich und Deine Mentees aus?

In manchen Wochen haben wir uns auf einen Kaffee getroffen und uns einfach unterhalten. In anderen Wochen wurde ich um Hilfe bei Problemen auf der Arbeit oder dem Ausfüllen von Anträgen gebeten. Ich habe auch schon private Fragen gestellt bekommen, wenn es zum Beispiel soziale Probleme mit dem Freund oder mit den Eltern gab.

An einem Tag hat mich meine Mentee gefragt: „Ich möchte gerne eine Bewerbung schreiben. Kannst du mir helfen? Ich komme nicht weiter.“ Da habe ich sie nach Absprache mit meinem Manager ins KPMG Office eingeladen. Also haben wir uns ins Büro gesetzt und die Bewerbung geschrieben. Der Einblick ins Büro eines Unternehmens ist für die Jugendlichen super spannend. Sie kennen solche Büros und unsere Arbeitswelt nur aus Filmen. Dabei kommt nicht selten die Frage auf: Ist das vielleicht auch etwas für mich in meiner Ausbildung?

Für solche Beziehungen muss man ja erstmal ordentlich Vertrauen aufbauen. Wie lange betreust Du Deine Mentees?

Prinzipiell sind circa sechs Monate bis zum Anfang der Ausbildung geplant. Letztendlich bin ich mit meinen Mentees noch in Kontakt, weil ich weiter für sie da sein möchte. Ich frage immer noch regelmäßig, ob alles in Ordnung ist. Sie freuen sich darüber sehr und erzählen dann erstmal. Mein letzter Jobling wurde leider wegen Corona in der Probezeit von seinem Unternehmen gekündigt. Wir haben es jedoch innerhalb von sechs Wochen geschafft, einen neuen Ausbildungsplatz für sie zu bekommen, sodass sie ihre Ausbildung fortsetzen konnte. Das war ein toller gemeinsamer Erfolg, auf den wir beide stolz waren.

Abschließend noch zwei Fragen an Dich: Wie unterstützt KPMG das Projekt JOBLINGE und welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen?

Für ehrenamtliche Projekte kann man sich vier Stunden im Monat freistellen lassen. Ich habe dazu auch immer nur gutes Feedback von ManagerInnen oder auch PartnerInnen bekommen. Es ist nur wichtig, dass man sein Engagement anspricht und Deine Vorgesetzten Bescheid wissen, wenn Du zum Beispiel in der Mittagszeit zwei Stunden weg bist oder den Mentee ins Büro einlädst.

Über JOBLINGE hinaus gibt es zahlreiche weitere Initiativen. Ich nehme beispielsweise noch an der KPMG Rest-Cent-Initiative teil. Hierbei geht es darum, dass man den Centbetrag des Nettogehalts abrunden lässt und spendet. Man kann sogar abstimmen, an welches Projekt das gesammelte Geld jedes Jahr gehen soll. Das kann ich nur empfehlen. Beide Programme lassen sich super in den Alltag bei KPMG integrieren. KPMG hat aber auch ein Team, was die verschiedenen CSR-Programme koordiniert. Dorthin können sich KollegInnen wenden und sich auch beraten lassen, welches Projekt ihnen am besten entspricht.

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