Serverraum mit blauen Glastüren

Wenn ein Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung zukunftsorientiert arbeiten will, braucht es innovative Produkte und Softwarelösungen. Themen wie Data Science, Machine Learning, Augmented Reality oder das Internet der Werte spielen dabei eine ganz große Rolle.

Seit 2016 beschäftigt sich die Abteilung Lighthouse Germany von KPMG, das „Center of Excellence for Data & Analytics“ mit genau der Schnittstelle aus fachlichen Use Cases und deren Anwendung in Kombination mit modernen Technologien.

Im Interview erzählt Michael Niederée, Partner im Bereich Consulting bei Lighthouse Germany, über seine spannende Arbeit von der Beratung zu datengetriebenen Geschäftsmodellen bis hin zur Softwareentwicklung mit Machine Learning.

Außerdem erfährst Du, welche Eigenschaften Du mitbringen solltest, um ebenfalls ein GameChanger bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu werden.

Der Bereich, in dem Sie arbeiten, nennt sich „Lighthouse“. Was kann ich mir darunter vorstellen, was machen Sie da?

KPMG hat vor drei Jahren eine globale strategische Wachstumsinitiative gestartet. Unter dem Oberbegriff Lighthouse haben wir ein globales Modell aufgebaut, das alle Themen rund um Daten zusammenfasst. Darunter fällt neben klassischen Datenanalysen und deren Visualisierung nun auch zunehmend agile Softwareentwicklung auf Cloud-Plattformen.

Diese neuen Entwicklungen begleiten wir, schließlich befassen wir uns schon seit 128 Jahren mit Daten – zum Teil auch sehr spannenden Unternehmensdaten.

Im Rahmen der Wachstumsinitiative lag unser Fokus darauf, technologische Kompetenzen aufzubauen, um aus riesigen und zum Teil unstrukturierten Datenmengen aussagekräftige Erkenntnisse für Unternehmen ziehen zu können und daraus echten Nutzen zu generieren.

Mittlerweile beschäftigen wir uns ganz konkret mit Softwareentwicklung. In Zusammenarbeit mit beispielsweise Microsoft oder IBM entwickeln wir auch neue Produkte, die wir dann gemeinsam vermarkten.

Dabei arbeiten wir in einem großen globalen Netzwerk und bringen die Kompetenzen aus den verschiedensten Ländern zusammen. Dank unserer zahlreichen Spezialisten können wir sehr viel Know-how und Erfahrung in die Projekte einfließen lassen. Allein Lighthouse Germany hat bereits 180 Mitarbeiter in sieben verschiedenen Schwerpunktbereichen. Vor kurzem haben wir Kiana Systems mit knapp 40 Mitarbeitern akquiriert, die sich bereits seit Jahren sehr intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigen.

Wie gestaltet sich die Projektarbeit? Mit welchen Aufgaben beschäftigen Sie sich im Moment?

Zu zwei Dritteln unserer verfügbaren Zeit arbeiten wir an Kundenprojekten, zu einem Drittel an Produktentwicklung und Innovation. Wir arbeiten beispielsweise an Prozessautomatisierung mithilfe von Software, die Empfehlungen für Entscheidungen abgibt, bis hin zu Robotern, die vollständig autonom arbeiten. Das wird auch als „Digital Labour“ bezeichnet.

Die konkreten Tätigkeiten hängen von den methodischen Kompetenzen der Kollegen ab. Unsere Data Scientists beschäftigen sich etwa damit, neuronale Netze zu designen und zu trainieren und damit ganz besondere Aufgaben im Zusammenhang mit unstrukturierten Daten zu lösen. Es gibt aber auch andere Probleme, die eher klassische Algorithmen benötigen und dann zusammen mit unseren Mathematikern oder Physikern gelöst werden.

Ein Beispiel: Wir haben einen Kunden, der Millionen handgeschriebene Einreiseformularen hat – das heißt, ein riesiger Stapel Papier, der nun digitalisiert werden muss. Gemeinsam entwickeln wir nun eine „Data Pipeline“, d.h. unstrukturierte Daten werden digital erfassbar gemacht und so lange optimiert, bis wir daraus verwertbare Datensätze erhalten. So müssen zum Beispiel die eingescannten Bilder über einen Algorithmus erst einmal in die richtige Orientierung gedreht werden, Perspektiven müssen korrigiert werden und Besonderheiten erkannt werden.

Bei der Menge an Datensätzen eine echte Herausforderung. Außerdem muss das System die Handschrift normieren und sowohl Buchstaben als auch Wörter mit einer extrem hohen Genauigkeit richtig auflösen. Dafür trainieren wir ein Modell mit Deep Learning und wenden Methoden an, die teilweise aus der Wissenschaft kommen oder im Umfeld von Open Source Communities entwickelt wurden.

Neben diesen technischen Herausforderungen, die es zu lösen gilt, ergeben sich auch Fragestellungen, die wir beispielsweise von unseren Kollegen aus der fachlichen Beratung erhalten. In diesem Schritt ziehen wir aus den strukturierten Daten konkrete Erkenntnisse und leiten Trends ab, unter anderem: Woher kommen die Reisenden? Wie oft kommen sie wieder? Wie entwickeln sich Besucherströme in der Zukunft und wie kann man mit den richtigen Marketingmaßnahmen die Steuereinnahmen erhöhen? Die Zusammenarbeit mit den vielen unterschiedlichen Fachrichtungen macht aus meiner Sicht meinen Beruf sehr vielschichtig und interessant.

Problemlösung und Innovation gehören also zu Ihren Spezialitäten?

Ja, wir sind ständig auf der Suche nach aktuellen Fragestellungen, für die wir innovative Lösungen entwickeln können. Im Rahmen dessen beschäftigen wir uns mit Augmented Reality, Blockchain, Internet der Dinge und noch vielem mehr. An diesen Technologien forschen wir aber nicht, sondern versuchen sie meist auf konkrete Probleme unserer Kunden anzuwenden.

Wir suchen uns allerdings selten ganz spezielle Einzelfälle, sondern versuchen skalierbare Lösungen zu entwickeln, die wir als standardisiertes Produkt unseren Mandanten anbieten können. Somit gehen wir über ein klassisches Beratungsmodell zur Digitalisierung hinaus und entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden neue Produkte und Software, die auf ihre Bedürfnisse angepasst ist.

In der Hinsicht ist Lighthouse ja einem Start-up nicht gerade unähnlich, oder?

Ja – Start-ups beschäftigen sich häufig mit modernen Technologien und arbeiten agil. Wenn ich das auf die Beratungsbranche übertrage, sehe ich einige Gemeinsamkeiten: Wir bei Lighthouse Germany sind tatsächlich auch jung, vielfältig, dynamisch, haben Spaß daran, neue Dinge auszuprobieren und dürfen sehr unternehmerisch sein.

Der große Unterschied liegt für mich darin, dass hinter unserem Team mit KPMG ein starker Name steht. Wir haben dadurch eine bereits etablierte vertrauenswürdige Marke – und haben die Möglichkeit, auf bestehende Kundenbeziehungen zurückzugreifen. Darüber hinaus können wir auf erprobte interne Qualitätssicherungsprozesse zurückgreifen: Bis wir eine Idee beim Kunden vorstellen, durchläuft sie ein intensives internes Sparring.

Ein Start-up muss sich solche Strukturen erst einmal aufbauen. Bei KPMG kann ich mich zudem mit unterschiedlichen Themen und Kunden befassen und habe so viel Abwechslung. Außerdem bieten wir eine Plattform, auf der die Mitarbeiter ihre eigene Karriere entwickeln und bis zum Partner aufsteigen können.

Was sollten zukünftige Kollegen für Ihren Bereich mitbringen?

Wir suchen aktuell sowohl Informatiker, Wirtschaftsinformatiker, Mathematiker, Physiker und Betriebswirte, die Spaß an Herausforderungen haben und bereit sind, quer zu denken und sich immer wieder neu zu erfinden.

Insbesondere Informatiker denken oft nicht, dass Sie bei Beratungshäusern das richtige Umfeld vorfinden. Das hat sich aber vor allem durch unsere Technologiepartnerschaften ganz stark gewandelt.

Man braucht also keine Angst haben, dass man sich jeden Morgen eine Krawatte umbinden muss – wobei ich jetzt nicht sage, dass es nicht dann noch ein paar Termine im Jahr gibt, zu denen man besser eine anzieht.

Wer sich intensiv mit den neuesten Trends und Technologien wie Data Science und agiler Softwareentwicklung auseinandersetzt und sowohl eigenverantwortlich als auch im Team agieren kann, ist bei uns genau richtig. Wir suchen nach GameChangern, die die Zukunft schon heute voranbringen wollen.

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(Junior) Consultant (m/w) Robotic Process Automation – Developer