Bildschrim mit Börsenaktivitäten

Der Gang an die Börse ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die unterstützenden Berater ein hochkomplexes und herausforderndes Vorhaben. Um das zu stemmen, hat KPMG die „Capital Markets Advisory“ ins Leben gerufen – ein internationales und multidisziplinäres Netzwerk, das das Spezialwissen seiner Mitarbeiter an einen Tisch bringt und so die Mandanten ganzheitlich unterstützen kann.

Was es beim klassischen Börsengang in der Praxis zu beachten gilt und welche Aufgaben die Berater erwarten, erfährst Du im Interview mit Johannes Hanshen. Er ist Partner im Bereich Audit bei KPMG und IPO-Berater innerhalb der Capital Markets Advisory.

Johannes, welche Tätigkeiten umfasst Du Bereich bei der Capital Markets Group Advisory? Mit welchen Themen und Aufgaben setzt Du und Deine Mitarbeiter sich auseinander?

Kurz gesagt begleiten wir Unternehmen in IPO-Projekten, das heißt beim Börsengang. Das betrifft vor allem große Konzerne, aber auch Start-ups und kleinere Unternehmen nutzen ihre Chance, Aktien zu platzieren.

Was bedeutet IPO und worin genau begleitet KPMG?

IPO steht für Initial Public Offering und heißt so viel wie „erstes öffentliches Angebot“. Man benutzt es als Abkürzung für den Börsengang. Wir bieten einen ganzheitlichen Ansatz für die Unternehmen. Das geht von der strategischen Beratung bis hin zur Unterstützung bei der Umsetzung. Da dieser Prozess stark reglementiert ist, gibt es viel zu beachten, zum Beispiel bei der Auswahl der Banken, der Implementierung der notwendigen Governance-Strukturen im Unternehmen und der Art der Berichterstattung.

Was heißt das in der Praxis?

Ein Beispiel, was sehr technisch klingt, aber viel Zeit im Prozess in Anspruch nimmt, ist die Umstellung der Finanzberichterstattung. Unternehmen, die vorher nicht an der Börse notiert waren, bilanzieren rein nach deutscher Gesetzgebung (nach HGB).

Für ein IPO-Projekt benötigen die Unternehmen aber einen Konzernabschluss nachInternational Financial Reporting Standards“, kurz IFRS genannt. In der Praxis heißt das: Die Rechnungslegung muss komplett umgestellt werden. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Rechtsform stimmt, d.h. dass die Unternehmen eine Aktiengesellschaft sein müssen. Die Organisation muss dann einen Aufsichtsrat und einen Vorstand installieren sowie interne Kontrollsysteme aufbauen.

Bei diesen Aufgaben werden wir beratend und prüfend tätig. Wir können beispielsweise ein Assessment machen, um zu prüfen, wie börsenfähig das Unternehmen bereits ist. Im Anschluss beraten wir die Mandanten in allen Fragen, die sich auf dem Weg bis zum Listing stellen. Das alles bieten wir unter dem Oberbegriff „Capital Markets Advisory“ an.

Unser Vorteil: Wir sind neutral. Anders als Banken, die eine spezifische Interessenlage verfolgen, begleiten wir die Unternehmen als objektive Berater. Für ein IPO-Projekt kommen bei uns zudem Mitarbeiter aus verschiedenen Services an einen Tisch. Ganz zentral ist dabei eine Kultur des Wissenstransfers bei KPMG. So bleiben wir nicht bei unserem vorgezeichneten Bereich, zum Beispiel der Abschlussprüfung, stehen, sondern schauen auch über den Tellerrand hinaus.

Was macht die Arbeit in der Capital Markets Advisory besonders?

Die Capital Markets Advisory ist ein Leuchtturmprojekt von KPMG, weil wir damit eine ganzheitliche Unterstützung gewährleisten können. Der IPO-Vorbereitungsprozess kann 1,5 bis 2 Jahre dauern. Das ist eine extreme Belastung für ein Unternehmen. Gerade für kleine Start-ups, die einen IPO planen, ist das eine Hürde. Sie haben keine Stababteilungen wie ein Großkonzern und damit auch nicht die nötige „Manpower“. Wir sind schon allein deshalb ein passender Partner.

Letztendlich geht es darum, zu welchem Preis die Aktien platziert werden können und wie viel Erlös in das Unternehmen einfließt. Jede Verbesserung an dem Prozess, den wir bewirken, kann Konsequenzen auf Preis und Erlös nach sich ziehen. Mit der Expertise unseres Capital-Markets-Advisory-Teams können die Mandanten das Maximum aus dem IPO herausholen. Die Fäden laufen zentral bei uns zusammen. Deshalb können wir den Prozess – auch in Anbetracht des hohen Zeitdrucks – optimal im Sinne der Mandanten steuern.

Was ist das Spannendste daran für Berufseinsteiger?

Es gibt fast keinen Berufsweg, bei dem man Unternehmen so detailliert und hervorragend kennenlernen kann wie im Bereich der Abschlussprüfung. Und es gibt kaum komplexere Sachverhalte als IPO-Projekte. Wir sind live dabei, betreuen die Unternehmen und übernehmen eine tragende Rolle. Andere Firmen kennen Börsengänge nur aus der Presse – wir sind daran beteiligt und erhalten tiefe Einblicke in Interna.

Viele Studierende assoziieren Börsengänge mit Investmentbanken und Rechtsanwälten und sind überrascht, wenn sie erfahren, was Berater und Prüfer bei KPMG leisten können. Ambitionierte Young Professionals, die sich mit den spannenden Herausforderungen von IPO-Prozessen befassen wollen, finden diese bei uns in vielfältiger Weise – und das auch im internationalen Kontext.

Wie Du erwähnt habst, wird das bereichs- und serviceübergreifende Arbeiten immer wichtiger. Aber auch die Digitalisierung verändert die Wirtschaftsprüfung, weil mehr und exaktere Daten als früher vorliegen, die effizienter geprüft werden können. Was bedeutet das für Deine Arbeit im Bereich Audit?

Ich gehe davon aus, dass standardisierte Aufgaben wie die Belegprüfung schon sehr bald umfassend durch Automatisierung abgelöst werden. Dazu brauchen wir IT-Fachleute, die digitale Prozesse verstehen, um bestimmte Arbeiten zu erledigen. Das macht uns gleichzeitig die Hände frei für den spannenden Teil: die Beratung. Bei aller Unterstützung durch digitale Intelligenz steht bei uns also weiterhin der Austausch von Mensch zu Mensch im Vordergrund.

Bei einem IPO-Projekt ist auch das serviceübergreifende Zusammenarbeiten unabdingbar, daran führt kein Weg vorbei. Denn ein Börsengang durchdringt viele Abteilungen und Fragestellungen in den Unternehmen.

Was sollten Berufseinsteiger mitbringen, die sich für den Bereich Audit interessieren?

Früher war unser Berufsbild scharf umrissen – heute bietet es ein wesentlich breiteres Spektrum. Wie eben erwähnt, brauchen wir Menschen, die sich auch mit IT und Big Data/ Datenanalyse auskennen oder auseinandersetzen wollen. Außerdem sind Mitarbeiter gefragt, die mit Vorständen relevante Themen auf Augenhöhe besprechen können. Wer flexibel und motiviert ist, sich gerne in etwas Neues einarbeitet und spannende Erfahrungen machen will, ist er bei uns richtig. Etwas Stressresistenz ist ebenfalls vorteilhaft.

In den ersten Jahren sollen unsere Mitarbeiter möglichst viele Bereiche kennenlernen, für die sie sich interessieren, und dort gezielt ihre Kenntnisse vertiefen. Das fördern wir auch sehr spezifisch im Rahmen des Karriereprogramms AuditXPERIENCE.

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