Physiker bei KPMG

Physiker werden oft mit vielen Klischees konfrontiert: von unangenehmen Erinnerungen an die vergangene Schulzeit über Albert Einsteins Relativitätstheorie bis hin zu Sheldon Cooper aus der Comedy-Serie Big Bang Theory. Aber Physiker als Beruf außerhalb von Lehre und Forschung? Unsere Kollegen Kristina Brixius und Till Benter erklären im Interview, warum Physiker in der Wirtschaft so willkommen sind.

Liebe Kristina, lieber Till warum habt ihr Euch nach dem Physikstudium und der anschließenden Promotion für die Beratung und KPMG entschieden?

Kristina: Für mich war relativ schnell nach dem Studium klar, dass ich in die Beratung möchte. Beim Leiten von Tutorien und Betreuen von Bachelor- und Masterstudenten während des Studiums habe ich gemerkt, dass mir das Arbeiten mit Menschen im Team viel Spaß macht. Bei KPMG kann ich genau das jeden Tag machen: Gemeinsam mit motivierten Kollegen neue Herausforderungen angehen und strukturiert eine auf den Kunden zugeschnittene Lösung entwickeln.

Till: Auch ich habe während meiner Promotion festgestellt, dass ich keine akademische Laufbahn einschlagen möchte. Der Weg in eine unbefristete Anstellung ist an den Universitäten mit vielen Ungewissheiten verknüpft und risikobehaftet. Da hat man es als Physiker in der Wirtschaft schon leichter. Ich wollte zudem ein Arbeitsumfeld, in dem ich einerseits meine Zahlenaffinität einbringen kann, anderseits viel Kontakt zu Menschen habe und mich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen kann. Das habe ich bei KPMG Financial Services gefunden.

Ist es für Physiker schwierig sich in einem Wirtschaftsumfeld zurecht zu finden?

Till: Tatsächlich nicht. Jeder Neueinsteiger nutzt nur einen Bruchteil seines gesamten Wissens aus der Uni. Bei Physikern sind es eben andere Punkte als bei Wirtschaftswissenschaftlern. Natürlich löse ich in meinem Job keine Differentialgleichungen oder komplexe mathematische Formeln mehr. Allerdings bin ich durch mein naturwissenschaftliches Studium an hochkomplexe Themen gewöhnt und in der Lage, komplizierte Problemstellungen zu lösen. Auch die Fähigkeit mithilfe meines logischen Denkvermögens faktenorientiert zu handeln, ist in meinem Job ein großer Pluspunkt.

Kristina: Die Methoden und Vorgehensweisen sind sich tatsächlich sehr ähnlich: Lösungsorientiertes Arbeiten, die Fähigkeit, Dinge strukturiert anzugehen sowie die Flexibilität und Agilität sich in neue Themen einzuarbeiten. Bei KPMG sind vor allem im Bankenbereich viele Physiker vertreten. Das Gleiche spiegelt sich auf der Bankenseite, insbesondere im Risikomanagement wieder, was mich ehrlich gesagt anfangs etwas überrascht hat. Das hilft aber natürlich ungemein und beugt Startschwierigkeiten vor.

Das direkte Umfeld hat sich eigentlich kaum verändert, rein das Thema um das es geht hat gewechselt. Generell sind die Teams aber gut durchmischt und an das Anzug tragen habe ich mich schnell gewöhnt. Die bequemen Laborschuhe musste man halt gegen Pumps tauschen (lacht).

Till: Nichtsdestotrotz erkennt man die Physiker immer sofort an ihrem Humor. Besonders, wenn sie über „Physikerwitze“ lachen.

Erzählt doch mal einen „Physikerwitz“!

Till: Ein Elektron will in eine Bar gehen, da sagt der Türsteher, der ebenfalls ein Elektron ist: „Ich lasse Sie nicht hinein, ich finde Sie abstoßend!“

(Beide lachen.)

Physiker bei KPMG in der Niederlassung Frankfurt

Okay…zurück zum Thema. Wenn ihr euch an euer erstes Projekt zurück erinnert, mit welchen Herausforderungen wurdet ihr konfrontiert?

Kristina: Während meiner Promotion habe ich weitestgehend alleine im Labor und an Auswertungsfragestellungen getüftelt. Dagegen ist das People Business in der Beratung mit so vielen verschiedenen Charakteren und Stakeholdern schon eine Umstellung. Mein erstes Projekt war bei einem großen Kunden aus der Bankenbranche. Viele Aufgaben mussten dabei mit unterschiedlichen Abteilungen der Bank im Rahmen von Interviews und Workshops konzipiert und abgestimmt werden.

Die Ergebnisse wurden dann in ein Konzept gegossen und abschließend dem Kunden vorgestellt. Die ganze Zeit hat mich dabei ein Manager betreut, der mir schnell eigene Aufgaben übertragen und meine Entwicklung in den relevanten Themenfeldern aktiv gefördert hat. Der zuständige Manager war Mathematiker. Das verbindet natürlich sofort.

Und wie sieht allgemein euer Arbeitsalltag aus?

Kristina: Einen wirklichen Alltag gibt es eigentlich nicht. Klar gibt es wiederkehrende Aufgaben, aber die Vielfältigkeit überwiegt. Manchmal kann es sogar sein, dass der ganze Tagesplan vom Vortag über den Haufen geworfen wird, weil den Kunden eine komplett neue Frage umtreibt. Dann heißt es: „Release your agenda“. Generell bin ich von Montag bis Donnerstag beim Kunden unterwegs. Da ich auch internationale Kunden betreue, bin ich öfter auch mal im Ausland tätig. Den Freitag verbringe ich meist im Office.

Stichwort Digitalisierung und Brexit: Der Bankensektor ist momentan stark im Wandel. Wie empfindet ihr die aktuelle Situation?

Till: Gerade der Brexit stellt den Bereich Financial Services vor eine Menge neuer Herausforderungen. Aktuell werden viele Banken gegründet, vor allem im Fintech Bereich und von britischen Banken. Wir unterstützen unsere Kunden hierbei zu allen Fragestellungen rund um die Bankengründung.

Auch die Digitalisierung hält spürbar Einzug in unsere tägliche Arbeit. Zunehmend kommen auch moderne Analysemethoden wie Data & Analytics oder Machine Learning zum Einsatz. Zum Beispiel lassen sich Vorhersagen über das Kundenverhalten oder die Ausführungen bestimmter Zahlungen anführen.

Je genauer Banken Vorhersagen treffen können, desto effizienter können sie sich steuern. Das alles ist natürlich auch im Kontext neuer Marktteilnehmer wie Google und Amazon zu sehen. Hier steht der gesamte Bankensektor vor gewaltigen Herausforderungen.

Welche Tipps habt ihr für Physiker, die in die Unternehmensberatung wechseln möchten? Und warum lohnt sich der Einstieg in die Branche?

Till: Vorerfahrungen in Form von Praktika oder Werkstudententätigkeiten hilft einem auf jeden Fall dabei, einen Einblick in die Wirtschaftswelt zu bekommen und potentielle Berufe für Physiker kennenzulernen. Zudem sollte man sich gut auf die Bewerbungsgespräche vorbereiten: Was sind die Themengebiete, wie tickt die Branche.

Der Einstieg in die Branche lohnt sich, da man jeden Tag wieder mit anderen Fragestellungen konfrontiert wird, sodass man ständig dazulernt. Und viele komplexe Zusammenhänge warten nur darauf, noch entdeckt zu werden.

Kristina: Ich kann vor allem einen Rat mitgeben: Seid so authentisch wie möglich und verstellt euch nicht! Selbst wenn man etwas einmal nicht ad hoc im Gespräch beantworten kann, gilt es nicht nervös zu werden. Als Physiker kann man sich oftmals mithilfe seines logischen Denkvermögens manche vermeintliche Wissenslücke selbstständig erschließen.

Bei KPMG erwartet Absolventen ein gut definierter Karriereweg. Als (Senior) Associate unterstützt man sein Team von Beginn an bei spannenden Themen und Projekten. Kolleginnen und Kollegen werden bei ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung, bspw. zum Assistant Manager oder Manager, durch verschiedene Coaching-Maßnahmen und regelmäßige Feedback-Gespräche unterstützt. Physiker sind bei uns definitiv auf dem Vormarsch. Wer also seine analytischen Fähigkeiten, die lösungsorientierte Herangehensweise und das erlernte methodische Vorgehen für die Beratungswelt nutzen möchte, ist bei uns genau richtig!

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Physiker (m/w) Consulting – Risikomanagement Financial Services