Markus Winner, seit 2007 bei KPMG, hat Betriebswirtschaft und Politikwissenschaften studiert. Heute ist er Partner im Bereich Financial Services.

Lieber Herr Winner, Besuche beim Mandanten gehören zum Kerngeschäft bei KPMG. Wo sind Sie hauptsächlich unterwegs?

Mein Themenschwerpunkt liegt auf der Jahresabschlussprüfung und der Beratung von Großbanken. Deshalb bin ich beruflich oft in Frankfurt, aber auch in anderen deutschen Großstädten. Auch Auslandseinsätze gehören für mich dazu: London, New York, Singapur, Mailand, Amsterdam – eben überall dort, wo die großen Banken beheimatet sind.

Reisen Sie eher allein oder mit mehreren Kollegen?

Aufgrund der regulatorischen Anforderungen und der vielschichtigen Themen bei Banken werden bei fast allen Projekten mehrere Experten mit dem notwendigen Fachwissen benötigt. Deshalb ist man eigentlich immer im Team unterwegs. Zum Glück, denn das macht eine Menge Spaß. Bei KPMG lernt man so quer verstreut über Deutschland, in anderen europäischen Ländern, aber auch weltweit enorm viele Leute kennen. Allesamt sind echte Persönlichkeiten, die ein riesiges KPMG-Netzwerk darstellen – auf das man je nach konkreter Aufgabe zurückgreifen kann.

Wie bereiten Sie sich auf einen Außeneinsatz vor?

Das hängt stark von der jeweiligen Position ab. Aus meiner Sicht läuft es in der Regel so ab: Termine mit den Mandanten und den Teams werden meist durch die Assistenz vereinbart. Dann geht es in die Vorbereitung für den Außeneinsatz, der immer eine Agenda und ein klares Ziel beinhalten muss. Schließlich müssen wir die Zeit optimal nutzen und fokussiert sein. Auch persönliche Gespräche im Vorfeld sind beim Umgang mit Mandanten wichtig. So sorgen wir dafür, dass wir auch tatsächlich auf die Bedürfnisse des Mandanten eingehen können. Kurz vor Abreise geht es dann natürlich ans Packen: Laptop und Smartphone sind immer dabei. Und je nach persönlicher Befindlichkeit dürfen auch Sportutensilien nicht fehlen.

Wie sieht dann Ihr konkreter Arbeitsalltag vor Ort aus?

Zunächst trifft man sich im Projektraum. Man checkt die E-Mails, strukturiert seinen Tag. Dann stehen in der Regel auch schon die ersten Meetings an, bei denen man die weiteren Schritte bespricht. Oft werden im Anschluss noch Gespräche mit einzelnen Mitarbeitern des Mandanten geführt, bevor man die Dinge nachbearbeitet und sich Gedanken zu den konkreten Aufgaben macht. Manchmal bietet sich auch ein gemeinsames Mittagessen mit den Mitarbeitern an. Denn im direkten Umgang mit Mandanten lernt man die einzelnen Beteiligten natürlich näher kennen. Das hilft auch, die Hintergründe des Projekts noch besser zu verstehen.

Jedes Projekt hat sicher auch seine Besonderheiten, oder?

Auf jeden Fall. Grundsätzlich ist kein Tag wie der andere. Jedes Projekt, jede Location, jeder Umgang mit Mandanten ist anders. Man steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. Hinzu kommt, dass jeder Mandant seine ganz eigene Philosophie und Unternehmenskultur repräsentiert. Aber genau diese Abwechslung sorgt auch dafür, dass es nie langweilig wird.

Wo werden Sie beim Außeneinsatz untergebracht?

Wenn man nicht an seinem Heimatort zum Einsatz kommt, übernachtet man im Hotel. Ganz gleich, wo man arbeitet, man ist in jedem Fall gut aufgehoben. Tagsüber ist man dann in die gesamte Infrastruktur des Projekts eingebunden. Während der Arbeit beim Mandanten hat man in der Regel eigene Projekträume im jeweiligen Unternehmen. Dadurch lernt man viele interessante Locations kennen. Bei einem kleineren Projekt wurde ich beispielsweise einmal in einem ausgedienten Tresor untergebracht. Ich durfte auch schon die unterschiedlichen Banktürme Frankfurts kennenlernen und von meinem Arbeitsplatz aus die Aussicht im 36. Stockwerk genießen.

Ist Ihnen ein Projekt besonders in Erinnerung geblieben?

Da gibt es viele Momente, an die ich mich erinnere. Es gibt aber tatsächlich einen Fall, der mir da spontan einfällt: Es ging damals um ein aufwendiges Projekt bei einer großen deutschen Bank. Ich übernahm vom Kunden die Projekträume für mein Team – insgesamt acht Büros, davon zwei Großraumbüros, direkt in der Innenstadt. Anfangs fühlte ich mich etwas verloren, da alles sehr weitläufig und noch leer war. Dieses Gefühl änderte sich jedoch, als dann nach ein paar Tagen die Räume bis auf den letzten Platz mit KPMG-Kollegen besetzt waren und sich innerhalb kürzester Zeit ein einzigartiger Teamspirit entwickelte. Das hat wirklich Spaß gemacht, Teil eines so großen Teams zu sein und anschließend auch noch den gemeinsamen Projekterfolg genießen zu können.

Worauf freuen Sie sich bei einem bevorstehenden Außeneinsatz am meisten?

Neue Menschen kennenzulernen – ob beim Mandanten oder auch interne Kollegen von KPMG. Mein Beruf bleibt sehr abwechslungsreich. Auch die Tatsache, dass ich immer wieder neue Gebäude und Städte entdecke, bereitet mir großen Spaß.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen, wenn man viel unterwegs ist?

Man sollte Lust haben, neuen Menschen und Herausforderungen zu begegnen, und darauf, sich auf andere Umstände einzulassen. Das erfordert ein gewisses Maß an Flexibilität. Insbesondere auch beim Umgang mit Mandanten und bei den eigenen Gedankengängen. Und ganz ehrlich: Das kann ab und an auch etwas anstrengend sein. Auf der anderen Seite ist man aber auch nicht täglich an einem neuen Ort. Gewisse Projekte sind langfristiger und Abschlussprüfungen sind beispielsweise wiederkehrend. So findet man für sich selbst auch einen gewissen Ankerpunkt.

Was würden Sie Bewerbern, die sich für Ihren Job interessieren, mit auf den Weg geben?

Für einen Job in der Unternehmensberatung oder Wirtschaftsprüfung gibt es aus meiner Sicht kein Patentrezept. Ich für meinen Teil wollte nie jeden Tag exakt das Gleiche am selben Ort machen. Mir macht es eben Spaß, neue Dinge kennenzulernen und in einem dynamischen Umfeld mit unterschiedlichsten Charakteren zu arbeiten. Dafür bin ich auch gerne im direkten Kontakt mit dem Kunden und meinen Teams. Wer sich unter anderem davon angesprochen fühlt, für den könnte der Job des Wirtschaftsprüfers auf jeden Fall interessant sein. Mein Tipp: Ein Praktikum bei uns hilft dabei, erste Berührungspunkte und Erfahrungen mit dem Berufsbild zu sammeln.

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