Wer Unternehmensberater werden will, der fragt sich sicherlich bereits während des Studiums: Wie sieht eigentlich der typische Alltag eines Consultants aus? Das lässt sich nicht so einfach beantworten, denn Berater arbeiten in einem Umfeld, bei dem kaum ein Tag wie der andere ist. Deshalb haben wir für Euch unseren Kollegen Robert Marx, Assistant Manager im Bereich Consulting, gebeten, uns fünf typische Situationen zu nennen, die man als Berater definitiv schon einmal erlebt hat. Vielleicht erkennt Ihr ja selbst die eine oder andere Situation wieder.

Bereits auf dem Bahnsteig gut zu erkennen: Unternehmensberater

„Die Consulting-Arbeitswoche beginnt am Montag meist mit der Anreise zum Mandanten. Wenn ich nicht mit dem Flugzeug unterwegs sein muss, dann nehme ich häufig den Zug. Bahnsteige sind ja oft voll von Menschen und doch ist es gerade am Montagmorgen gar nicht so schwer, die anderen Berater unter den Wartenden zu identifizieren. Laptop, Koffer, ein Anzug oder Business-Kostüm sind typische Erkennungsmerkmale. Was darf dabei natürlich nicht fehlen? Der obligatorische Kaffeebecher in der Hand. – Wirklich, die anderen Unternehmensberater werden anhand dieser Merkmale zumindest montags schnell von mir erkannt. Falls man dann zufällig einen Kollegen oder alten Bekannten trifft und ins Gespräch kommt, bestätigt sich so ein erster Verdacht sowieso ganz schnell. Anschließend hat man vielleicht sogar einen spannenden Diskurs zu fachlichen Themen.“

Gerade in den Zug eingestiegen – schon klappen die Laptops auf

„Viele Zugreisende nutzen die Bahnfahrt, um sich zu entspannen, Musik zu hören und einfach vor sich hin zu träumen. Nicht so die meisten Berater: Kaum sitze ich im Zug, schon klappen um mich herum die Laptops auf. Man geht Präsentationen durch und bereitet sich so auf die kommenden Meetings vor – natürlich wird dabei immer die notwendige Diskretion sichergestellt. Wer Unternehmensberater werden möchte, der sollte an dieser Stelle wissen: Diskretion ist ein absolut wesentlicher Bestandteil des Berateralltags, was das Arbeiten im Zug oder Flugzeug gleichzeitig wieder stark einschränkt. Ich lasse es auch deshalb oft lieber ruhig angehen und lese stattdessen eine Zeitung. Dann gehe ich innerlich meine anstehenden Termine durch, während ich einen Kaffee trinke.“

Etwas nervös vor der ersten Präsentation beim Kunden? Vielleicht.

„Unternehmensberater werden eigentlich selten nervös – schließlich sind sie Präsentationsprofis und selbst für schwierigste Gesprächssituationen hervorragend geschult. Die allererste Präsentation bei einem neuen Kunden bedeutet aber trotzdem immer wieder, dass die Karten neu gemischt werden. Das sorgt auch bei gestandenen Beratern für etwas Lampenfieber. Der Druck und die Nervosität vor dem Meeting führen dann aber eher zu einer Form des Ansporns. Das Team wächst weiter zusammen, die Brücke zum Mandanten wird gebaut. Deswegen sprechen wir Berater auch gern von einem People Business. Ist der Kontakt zum Kunden persönlich und gefestigt, dann bleibt er meist über Jahre erhalten und wächst immer weiter. Gerade weil man sich auch an ein solches erstes Kennenlernen und die gemeinsamen Erfolge erinnert. Für mich eine tolle Facette unseres Berufs.“

Und mal wieder die Frage: „Sammeln Sie Bonuspunkte?“

„Ein Satz, den man als Consultant nur allzu oft hört. Unternehmensberater werden mit dieser Frage vor allem auf ihren Reisen konfrontiert – im Flugzeug, bei der Kaffeebestellung oder eben auch im Hotel. Das ständige Unterwegssein gehört natürlich zum Beraterleben dazu. Ihr könnt mir jedoch glauben, dass man diese Nachfrage irgendwann nicht mehr hören kann und das Sammeln von Punkten direkt selbst ansagt. Viel wichtiger als die Jagd nach Bonuspunkten und dem nächsten Status ist den meisten Beratern nämlich Kontinuität im flexiblen Beraterleben. Ein Beispiel gefällig? Immer wieder dasselbe Hotel zu buchen, stellt auch für mich persönlich eine Art Konstante dar. So entsteht bei längeren Projekten trotz einer fremden Stadt für mich so etwas wie ein ganz normaler Alltag in einer vertrauten Umgebung. Die Bonuspunkte sind da eher ein Nebeneffekt.“

Tag für Tag ein Stückchen mehr: Aus Kollegen werden auch Freunde

„Als Berater verbringt man sehr viel Zeit mit seinem Team, sodass irgendwann aus einem zunächst kollegialen Verhältnis richtige Freundschaften entstehen können. Man geht nach Feierabend zusammen zu Sportveranstaltungen wie Eishockey- oder Fußballspielen, isst gemeinsam zu Abend und tauscht sich aus. Denn in einer fremden Stadt gibt es nach Feierabend immer mal wieder etwas zu entdecken. Viele Unternehmensberater werden bestätigen: Das ist mit einer der schönsten Aspekte unseres Berufs. Denn wir lernen bei unserer Arbeit wirklich viele tolle und inspirierende Menschen in den unterschiedlichsten Umgebungen kennen – ob aus dem eigenen Team oder beim Mandanten. Die typische Beraterwoche beim Mandanten geht übrigens von Montag bis Donnerstag. Am Donnerstagabend verabschieden sich die einzelnen Teammitglieder wieder in ihre jeweiligen Heimatstädte. Man trifft dann am ,Office Friday‘ in der heimischen Niederlassung auch wieder die Kollegen der anderen Teams. So gibt es auch am letzten Tag der Arbeitswoche immer etwas Spannendes und Lustiges aus der ganzen Welt zu erzählen – oft dann auch über die vielleicht nicht ganz so typischen Situationen aus dem Berateralltag.“

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